

DAS DOJO
Das DOJO ist eine Verbeugung vor der Kultur der Martial Arts und den darin tief verwurzelten Werten. Nicht als romantische Idee oder starre Tradition, sondern als gelebte Haltung im Alltag. Es ist ein Ort, an dem Kampfsport nicht nur durch Technik oder Leistung definiert wird, sondern über den Umgang miteinander und mit sich selbst.
Diese Haltung endet nicht auf der Matte. Sie trägt sich in unseren Alltag hinein, in unsere Familien und in unser berufliches Umfeld. Sie zeigt sich in der Art, wie wir mit unseren Partnern und Kindern umgehen, wie wir Verantwortung übernehmen, wie wir führen, begleiten und Entscheidungen treffen. Ob im Training, im Unternehmen oder im privaten Leben – dieselben Prinzipien gelten: Respekt, Klarheit, Geduld und Integrität.
Das DOJO versteht sich damit nicht nur als Trainingsort, sondern als Orientierungspunkt. Als Raum, in dem Werte nicht nur erklärt, sondern gelebt werden – und dadurch Wirkung entfalten, weit über den Kampfsport hinaus.
Im DOJO trainieren Menschen, die nicht durch Ego oder Lautstärke auffallen, sondern durch Offenheit und Lernbereitschaft. Die körperlichen Voraussetzungen sind unterschiedlich, genauso wie Erfahrung und Fitnesslevel. Was alle verbindet, ist eine gemeinsame Wellenlänge: die Begeisterung für Kampfsport und die Werte, die ihn tragen – Respekt, Demut, Geduld, Disziplin und Herzlichkeit. Hier gibt es keinen Druck, kein Vergleichen und kein Bedürfnis, sich zu beweisen. Entwicklung entsteht nicht durch Zwang, sondern durch Vertrauen und Kontinuität.
Support ist ein selbstverständlicher Teil des Trainings. Für jeden, der neu in eine bestehende Gruppe kommt, fühlt es sich ungewohnt an. Nicht bei uns. Jeder Einsteiger wird herzlich aufgenommen, und sofort integriert. Wir arbeiten miteinander, nicht gegeneinander. Fehler gehören zum Prozess und werden nicht bewertet, sondern genutzt. Gemeinschaft bedeutet im DOJO nicht Anpassung, sondern gegenseitige Unterstützung, ohne Erwartungen aufzubauen, denen man entsprechen muss.
Wir sehen die Welt und die Gesellschaft, in der wir leben, mit all ihren Spannungen, Unsicherheiten und ihrem Tempo. Das DOJO ist keine Flucht davor, sondern eine bewusste Antwort darauf. Mit unserer Art zu trainieren wollen wir etwas in Bewegung bringen – nicht missionierend, nicht laut, sondern durch Vorleben. Wir motivieren, geben Orientierung und übernehmen Verantwortung für unser Verhalten.
Niemand wird gedrängt, niemand muss dazugehören. Wer sich jedoch bewusst für das DOJO entscheidet, bringt die Bereitschaft mit, an sich zu arbeiten – ehrlich, konsequent und ohne Abkürzungen. Wir lassen uns nicht von außen diktieren, wie wir zu sein haben. Das DOJO folgt keinen Trends, sondern seinen eigenen Regeln und Werten.
Respekt vor allen Menschen ist dabei selbstverständlich. Demut gegenüber dem eigenen Weg, Geduld im Prozess und Herzlichkeit im Umgang prägen die Atmosphäre. Bei uns fühlen sich Menschen willkommen, die sich an anderen Orten fehl am Platz gefühlt haben. Menschen, die glauben, sie sind nicht in der Lage zu lernen, oder es sei zu spät, um anzufangen.
Im DOJO kann jeder an sich arbeiten, der bereit ist, die notwendigen Schritte zu gehen. Nicht perfekt, nicht angepasst, aber aufrichtig.
Tom Lindemann

Ich bin nicht über Leistung oder Wettkampf zum Kampfsport gekommen, sondern über Neugier – und über das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Mit etwa 29 Jahren begann ich mit Muay Thai.
Körperlich brachte ich wenig mit: keine besondere Ausdauer, kaum Kraft, wenig Stabilität. Genau das machte das Training für mich so ehrlich. Es zeigte mir schnell, wo ich stand – und dass Entwicklung Zeit braucht.
Die Begeisterung war dennoch sofort da. Das Training, dass mich widerstandsfähiger machte, und wegen der klaren Worte. Keine Befindlichkeiten, kein Platz für Ego. Nur Arbeit und Präsenz.
Mehrere Aufenthalte in Thailand haben diese Verbindung vertieft und mir den Spirit des Muay Thai nähergebracht: Respekt, Disziplin und Hingabe. Wettkämpfe waren dabei nie mein Ziel. Wichtiger war, was das Training mich über mich selbst gelehrt hat – über Geduld, Verantwortung und den Umgang mit anderen.
Aus dem Wunsch heraus, weiter zu lernen und nicht stehen zu bleiben, führte mich mein Weg zum Krav Maga. Die Ausbildungen und Trainings in Israel waren prägend. Sie schärften meinen Blick auf Konfrontation, Entscheidung und Verantwortung – und darauf, wie wichtig Klarheit unter Druck ist.
Parallel dazu wuchs mein Interesse an innerer Arbeit. Yoga im BUDOKON-System, Calisthenics, Mobility, Animal Locomotion, Meditation und Breathwork wurden feste Bestandteile meines Weges. Sie erweiterten mein Verständnis von Bewegung und zeigten mir, wie eng Körper, Geist und innere Haltung miteinander verbunden sind.
Seit mehreren Jahren gehört auch Brazilian Jiu-Jitsu fest zu meinem wöchentlichen Training. Als weiterer Spiegel. Jede Disziplin spricht ihre eigene Sprache – und jede konfrontiert mich auf ihre Weise mit mir selbst.
Aus all dem ist das DOJO entstanden. Nicht als wirtschaftliches Konzept, sondern als Konsequenz. Das DOJO ist für mich ein Ort, an dem Kampfsport nicht über Ego oder Leistung definiert wird, sondern über Haltung. Ein Raum, in dem wir lernen, Verantwortung für uns selbst zu übernehmen – körperlich, mental und menschlich.
Was wir im Training üben, endet nicht auf der Matte. Es prägt, wie wir leben, wie wir führen und wie wir miteinander umgehen. Das DOJO ist kein Ziel, sondern ein Weg. Und ich gehe ihn gemeinsam mit Menschen, die bereit sind, ehrlich an sich zu arbeiten.

Vanessa Barg
Vanessa ergänzt das DOJO in den Bereichen Mobility & Animal Moves, Thaiboxen und Personal-Training.
Nach ihrem Studium der Kindheitspädagogik und mehreren Jahren Berufserfahrung im pädagogischen Bereich absolvierte sie 2024 die Ausbildung zur Tanz- und Bewegungstherapeutin / Heilpraktikerin für Psychotherapie.
Im DOJO erfüllt sich ihr Wunsch, Menschen nicht an äußere Anforderungen anzupassen, sondern Räume für Eigenwahrnehmung, Stabilität und persönliche Entwicklung zu schaffen.
Gemeinsam mit Tom Lindemann begleitet sie Menschen über Bewegung dabei, wieder in Kontakt mit ihrer eigenen Kraft, Präsenz und inneren Stabilität zu kommen.
